Roland Ionas Bialke - Indymedia - 27. November 2008
Heute, am 27. November 2008, gab ist in der Neuköllner Reuterstrasse eine Razzia. Ein Spezialeinsatzkommando der Berliner Polizei drang in eine Wohnung ein und es wurde nach Sprengstoff gesucht.
Gegen 0 Uhr fuhren mehrere zivile PKWs durch die Reuterstrasse. In einem hellblauen VW-Transporter mit dem Kennzeichen B-AZ492 waren zwei maskierte Personen zu erkennen. Auch in anderen Wagen, die nicht als Polizeiautos zu erkennen waren, fuhren maskierte Menschen. Ich konnte eine Kolonne von etwa 8 Fahrzeugen ausmachen, die sich entsprechend verteilten. Etwas weiter entfernt stand ein grosser weisser Polizeitransporter des LKA KT 62 (Kriminaltechnik) in dem der polizeiliche Entschärfer für unkonventionelle Sprengvorrichtungen (USBV) Richter (LKA KT 62) sass.
Etwa 20 Polizisten und Polizistinnen stiegen Reuterstrasse Ecke Erlanger Strasse aus ihren Autos. Hinter einer Hausecke an der Erlanger Strasse versteckten sich etwa 10 maskierte, mit Schutzwesten und Helmen gepanterte Polizisten. Einer der Polizisten bekam ein Schild gereicht. Dieses war fast mannshoch und hatte einen Schlitz zum durchschauen in Gesichtshöhe. An dem Schild befand sich eine Art Schürze die den Polizisten wahrscheinlich seitlich schützen soll.
Diese 10 Polizisten stellten sich in gerader Linie hintereinander, also hinter dem Schildträger auf. Etliche Polizisten in ziviler Kleidung sperrten nun den betroffenen Teil der Reuterstrasse ab. Schon wahren die ersten Pressevertreter da. Etwa 8 Fotografen und drei Kameramänner waren anwesend - die meisten von Springer. Die zivile PKWs dienten als Strassensperren. Ich bemerkte, dass einige Nummerschilder der zivilen Polizeiautos extra verdreckt waren, andere schienen geradewegs vom Schrottplatz zu kommen.
Das LKA 632 (SEK) bewegte sich nun mit 9 gepanzerten Polizisten auf die Haustür der Reuterstrasse 11 zu. Dort mussten sie aber ziemlich lange warten, denn es wollte wohl niemand aufmachen. Nachdem das Spezialeinsatzkommando reingegangen war gingen auch die Kriminaltechniker und in ziviler Kleidung Polizistinnen und eine Polizistinnen in das Haus.
Tipp, falls es mal bei Euch in dieser Weise klingeln sollte: Durchs Haus rennen und bei allen Mietparteien klingeln und sagen, dass ihr jetzt der Polizei die Tür aufmacht. So erspart Ihr den Opfern der Polizeigewalt zumindest die bis zu 600 Euro für die neue Tür.
Draussen vergnügten sich Polizisten des LKA in ziviler Kleidung beim Strasseabsprerren. Ein vorbeifahrendes Auto wurde mit "Halt, Du Vogel!" von einen Polizisten des LKA angehalten. (Matze, das ist ne Beleidigung.) Die absperrenden Polizisten waren ansonsten aber ganz cool drauf, spielten mit Überraschungseiern rum und laberten nebenbei über Interna. So wurden die Einsatzfahrzeuge beispielsweise mit "VG1, VG2, usw." bezeichnet. Da die lieben absperrenden LKAler aber lieber nichts tun oder "Spiel, Spass und was zu naschen" haben wollten, wälzten sie ihre Absperraufgabe auf die Einsatzhundertschaft 3 der ersten Bereitschaftspolizeiabteilung (1311/1312) in Berlin ab.
Bomben fand die Polizei aber nicht. So wurden die Presseleute relativ schnell wieder abgespeist und das SEK und LKA KT fuhr davon. Später stiegen die Ermittler und die Ermitlerin des LKA in ihren grauen (?) PKW mit dem Kennzeichen B-AR1164 und fuhren davon. Zwei Polizisten des Polizeiabschnitts 54 durften dann noch die Wohnung bewachen, bis ein Schlüsseldienst kam.
Um was ging es? Nach ungesicherten Informationen soll in Rudow eine Bombe gefunden worden sein. Aber diese Information muss erst noch verifiziert werden. Eventuell steht ja morgen oder übermorgen was in den kommerziellen Medien oder als Pressemitteilung bei der Polizei. Falls die Polizei eine solche Mitteilung rausgibt, dann aber nicht glauben, denn die Polizei gibt gerne mal falsche Pressemitteilungen raus.
Eventuell folgen weitere Informationen, wäre schön, wenn Ihr diesen Artikel ergänzen würdet.